Süditalien 2019

Süditalien - eine Reise wert!


25.09.2019

Um 18:15 verladen wir am HptBhf in Wien die Motorräder  auf den Autoreisezug nach Livorno. Alles klappt planmäßig – so sitzen wir kurz danach in unseren Abteilen und richten uns für die Nacht ein … reden über die bevorstehenden Tage.

26.09.2019

Wir kommen planmäßig um 08:50 in Livorno an – es ist warm! Bald sind unsere Mopeds vom Zuge herunten und wir packen unsere Sachen drauf. Heute wollen wir über Florenz so rasch als möglich in den Raum des Lago del Fiastrone. Dort ist der Einstieg in die Maken und nach Umbrien. Wir finden nach ca 320 km Fahrstrecke ein Restaurant mit B&B in San Lorenzo al Lago. 

27.09.2019

Wir starten nacheinem ausgiebigen Frühstück um 09:30 – die Sättel sind nass, es ist kühl die Sonne scheint, blauer Himmel: optimal!

Das heutige Ziel ist Umbrien, und hier vor allem das Dörfchen Castelluccio – im Herzen eines Kraters, mitten in den Bergen. Schon die Strecke dorthin ist einfach schön, der Krater selbst ist aber einfach genial … Von der ferne sehen wir das auf einem kleinen Hügel liegende Castelluccio – sieht aber irgendwie unklar aus. Als wir näher kommen zeigt sich die ernüchternde Wahrheit: Castelluccio wurde 2016 von einem Erdbeben zerstört. Am Dorfrand stehen einige Container und Wohnwägen – das Militär stellt eine Patrouille – als Sicherheitsmaßnahme!? Obwohl die Landschaft ausgesprochen schön ist, schlägt das alles etwas auf das Gemüt … Wir trinken einen Kaffee und fahren weiter Richtung Süden.

Die BMW von Marcus fängt an zu zicken, startet schlecht und unwillig … Bei der Weiterfahrt fällt uns auf, dass die meisten Dörfer verlassen sind, die Brücken müssen umfahren werden. Der Sprit wird knapp, und so beschließen wir, die Berge Richtung Osten zu verlassen und unser Quartier in Teramo zu suchen. Im Hotel Abruzzi finden wir was wir suchen: Im Zentrum gelegen, eine Tiefgarage dabei und mit Frühstück.

Wir erkunden die Stadt und bleiben am Hauptplatz – dort ist ein Markt mit Musik, es wird gefeiert und gegessen – ein buntes treiben. 

28.09.2019

An diesem Morgen erleben wir eine böse Überraschung: Die BMW von Marcus rührt sich nicht mehr … die Batterie bricht zusammen, der Starter macht keinen Muxer. Wir bauen die Batterie aus und beginnen mit der Suche nach einer neuen Batterie. Dabei werden wir wortkräftig unterstützt – nur leider ohne Englisch oder Deutsch. Mit dem google-Translater kommen wir trotzdem gut über die Runden, und so finden wir nach einigen Fehlversuchen ein Geschäft, wo wir eine passende Batterie kaufen können. Wir bauen sie ein … sie bricht zusammen, der Starter macht keinen Muxer. Okay, wir brauchen ein Ladegerät … wieder in das besagte Geschäft zurück, dieses sperrt gerade zu. Der Besitzer öffnet nochmals die Tür … und borgt uns sein Ladegerät! Kein Beleg, kein Einsatz … nur in der Hotelrezeption abgeben. Diese Hilfsbereitschaft ist erstaunlich, aber kein Einzelfall während dieser Reise.

Wir laden die Batterie auf … sie bricht zusammen, der Starter macht keinen Muxer! Nun ist es klar: Marcus aktiviert seinen ÖAMTC-Schutzbrief und 45 Minuten später steht die BMW zum Transport in eine Werkstätte auf einem LKW. 

Nun ist es auch klar, dass Marcus in Teramo bleiben muss, Andy und ich weiterfahren. Wenn die BMW wiederbelebt ist, werden wir uns wieder treffen, spätestens in Bari vor der Überfahrt nach Dubrovnik. Wir gehen noch einmal in die Pizzeria von gestern …

29.09.2019

An diesem Tag fahren Andy und ich über die Abruzzen bis nach Margherita an die Adria. Die Abruzzen sind ebenso wie Umbrien ein highlight dieser Reise. Traumhaft schöne Landschaft, Berge und Schluchten … und bemooste Bergstraßen! In Folge des Verlustes eines Fahrtages kürzen wir diese Etappe ab und fahren nun nach den Abruzzen direkt und am schnellsten an die Adriaküste, nach Margherita, das etwa 70 km nördlich von Bali liegt. Wir finden ein Hotel am Hauptplatz und genießen den lauen Abend. 

30.09.2019

Am 30. Fahren wir erst einmal nach Bari. Dort wollen wir die Tickets für die Fähre nach Dubrovnik kaufen. Das geht aber nicht, weil der Verkauf auf jene Tage beschränkt ist, an denen Fährbetrieb ist. Daher setzen wir den Weg unverrichteter Dinge weiter nach Leuca fort. Aufgefallen sind und dabei die riesigen Obstplantagen in dieser Gegend. Die Küstenstraße ist teilweise stark befahren, so kommt es, dass wir erst am späten Nachmittag am Sporn vom Stiefel ankommen. Wir finden ein Hotel direkt am Meer und beschließen den nächsten Tag in Leuca zu verbringen.

 

01.10.2019

Das Wetter ist herrlich, es hat 30°, das Meer ist warm. Wir leihen uns Fahrräder aus, die wir dann letztendlich nicht einmal bezahlen müssen. Damit fahren wir zu den Seegrotten, die wir auch von innen besichtigen. Zurück nach Leuca genießen wir das Meer und buchen die Fähre am PC des Hotels – immer mit freundlicher Unterstützung der Rezeptionistinnen.

Dieser bikelose Tag ist eine echte Erholung!

02.11:2019

Wir fahren an der Mittelmeerküste und dann durch´s Landesinnere wieder zurück nach Bari. Die In einem kleinen Ort trinken wir zu Mittag einen Kaffee – es sieht aus wie vor hundert Jahre. Am Abend kommen wir in Bari an, wo wir ein über booking.com gebuchtes Hotel beziehen. Nun kommt auch Marcus wieder dazu. Seine BMW läuft wieder! Es war ein Defekt am Starter, der eine Kurzschlussschaltung hervorrief. Wir besichtigen die sehenswerte Altstadt und gehen dann gut Essen.

03.11.2019

Diesen Tag verbringen wir in Bari. Zuerst kaufen wir die Fährkarten und stellen fest, dass wir jeder eine dreier-Kabine für sich haben – das lässt auf einen guten Schlaf hoffen. Dann bummeln wir wieder durch die Straßen Baris´s und sehen uns die Festung an.

Am späteren Nachmittag fahren wir zum Hafen, erledigen das check in und warten auf die Fähre. Die Verladung erfolgt problemlos. Am Schiff nehmen wir das „Dinner“ und freuen uns auf die Fahrt im Landesinneren in Kroation.

04.11.2019

Der Weg führt uns von Dubrovnik durch das ehemalige Kriegsgebiet des Jugoslavienkrieges nach Norden…die Zeit wird knapp und so beschließen wir ab Sveti Rock die Autobahn bis Zagreb zu nutzen. Je weiter wir nach Norden kommen umso kälter wird es. Schließlich kommen wir ziemlich durchfroren in einem Hotel eines Vorortes von Zagreb an.

05.11.209

Von Zagreb aus verlassen wir die Autobahn wieder und fahren so über suoer Straßen bis Radgersburg durch Slowenien. Leider hat nun die BMW von Marcus einen Schaden, der das Weiterfahren unmöglich macht: der Kardansimmerung ist hinüber, das Öl hat das gesamte Heck der BMW schon versaut. Erneut wird der ÖAMTC Schutzbrief aktiviert. Die BMW hat nun 106.000 km am Tacho – und wird nach Hause gebracht, Marcus sitzt bei Andy auf und ich nehme einen Teil des Gepäcks von Marcus auf mein Moped.
Von Radgersburg fahren wir Richtung Norden und bei Bad Waltersdorf wieder auf die Autobahn auf. Nun gibt es noch die einzigen Regenschauer dieser Tour und am Abend sind wir alle wieder zu Hause.


Facts

Teilnehmer:      drei

Moped:               zwei CRF 1000 (Africa Twin)

                            eine BMW 1050GS

Gefahren:          2650 km

Kosten:              ca € 1500.-

Brezen:              ein Stand-Umfaller auf der Fähre

Verletzungen:   keine

Schäden:           BMW (Kardan und Elektrik): Totalausfall

Fahrstrecke:     Asphalt in jeder Qualität, tolle Landschaft!

GPS:                   alle Routen und WP im Navi 

Fun-Faktor:     wie immer: hoch!