Albanien 2016

21. September 2016

Am späten Nachmittag verladen wir unsere Motorräder und unsere Ausrüstung in einen Transporter, mit dem wir nach Ulcinj ins Camp Oliva fahren. Dort nächtigen wir und stellen den Transporter bis zur geplanten Heimreise in 8 Tagen ab.

 

22. September 2016

Nach einem ausgiebigen Frühstück laden wir die Motorräder aus und beladen sie mit allem was mitgeführt werden soll … das dauert dann auch einige Zeit, und wir verlassen das Camp um etwa 11:00 Uhr Richtung Fushe Lure. Die Formalitäten an der albanischen Grenze sind rasch erledigt. Unterwegs legen wir an der Stelle an der meine KTM 2014 abgebrannt ist eine Gedenkminute ein. Um etwa 16:00 Uhr erreichen wir das Hotel „Lure“. Wir bekommen für drei Personen ein Zwei Mann Zimmer … und das übliche Abendessen … eine Flasche Zirbengeist wandert da auch noch über den Tisch bis sie leer ist … gute Nacht!

 

23. September 2016

Der Plan war, von Fushe Lure über die Seen im Nationalpark weiter in den Süden bis nach Burrel zu fahren. Schon am Vortag war zu erkennen, dass die Fahrverhältnisse in Folge starker Regenfälle in der Vorwoche schwierig sein werden - und so kam es auch: es war schlammig, nass und sehr rutschig. Die häufigen Wasserlacken waren oft mehrere Meter lang und nicht selten mehr als knietief.

Neben der interessanten Orientierungsaufgabe war das Fahren auch sehr anspruchsvoll. Die Wege waren teils ausgewaschene Flussbetten, oft grob verblockt und tief ausgeschwemmt. Letztendlich kamen wir nach etwa sieben Stunden Fahrzeit und einigen Brezen, aber ohne Ausfälle, nach Burrel, wo wir unser Quartier im Hotel Bruci bezogen.

 

24. September 2016

Wir hatten eigentlich den Plan bis Pogradec (am Orid See) zu fahren, konnten dieses Ziel aber in Folge der Länge der Etappe  und des Zustandes der Strecke nicht erreichen. Daher beschlossen wir in Elbasan zu bleiben und am nächsten Tag über eine nicht geteerete Strecke westlich des Oridsees nach Pogradec zu fahren.

 

25. September 2016

Nach diesen drei intensiven Tagen freuten wir uns auf einen entspannten Tag und eine relativ kurze Etappe. Nach einem Dosenfrühstück (es gab kein Frühstück im Hotel), fuhren wir also weiter. Während der Fahrt trafen wir eine polnische Gruppe, die zwar sehr schnell unterwegs war, aber auch deswegen immer auf irgendwen warten musste… Diese Strecke westlich des Ohridsees wird es nicht mehr lange ungeteert geben, weil dort eine neue Straße entstand.

In Pogradec bezogen wir ein Hotel direkt am See und genossen jeder eine Familienpizza.

 

26. September 2016

An diesem Tag hatten wir eine lange Etappe mit über 100 km Off Road Anteil vor uns. Der Weg führte uns zuerst die Straße entlang nach Süden, wo wir feststellen mussten, dass es plötzlich keine Tankstellen mehr gab.

Von der Straße abzweigend fuhren wir über „Fragmente von Wegen“ mit teils extremen Fahrrillen, Lacken, Steinen, … in Richtung Tomorri Nationalpark.

An diesem Tag hatten wir die erste und einzige „Berührung“ mit Hunden. Sie waren einfach plötzlich da und attackierten. Durch hupen, schreien und Vollgas geben wagten sie sich aber nicht heran, und wir setzten die Fahrt weiter fort … der dazugehörende Hirte saß um die Ecke und grinste uns an.

 

Unser Ziel war an diesem Tag Corovada, das wir am späten Nachmittag erreichten. Es war eine etwas undurchsichtige Stadt, in der wir auf der Hotelsuche immer weitergereicht wurden. Daher fuhren wir weiter bis Berat. Wir hatten aber die albanischen Verhältnisse zu wenig berücksichtigt und landeten daher auf halber Strecke und einbrechender Dunkelheit in einem Zimmer in Polican. Das Abendessen gestaltete sich dort etwas mühsam, weil es in dem einzigen „Restaurant“ nur zwei Portionen Spaghetti gab. Aber wie überall in Albanien waren auch dort die Menschen hilfreich, und so wurde noch eine Portion Reis mit Ziegenkäse aufgetrieben und für uns zubereitet. Wir beschlossen dann aber doch noch einige Biere mitzunehmen und uns dazu eine „Combat Ration“ zu gönnen …

 

27. September 2016

Am vorletzten Motorradtag unserer Reise beschlossen wir in die größte Hafenstadt Albaniens zu fahren. Wir besichtigten Dures und reinigten unsere Motorräder.

 

28. September 2016

Ein etwa dreistündiger Asphaltritt brachte uns zurück nach Montenegro ins Camp Oliva. Dort verluden wir die Motorräder wieder in den Transporter und bereitet alles auf eine frühe Abfahrt für den nächsten Tag vor… und feierten ausgiebig diese erlebnisreiche Tour.

 

29. September 2016

Die 1125 km lange Heimreise war wie immer sehr laaang - aber letztendlich am späten Nachmittag zu Ende. 


Dieser Film zeigt den Weg über den Fushe Lure Nationalpark, so wie wir gefahren sind:



 Facts

 

            Gefahren:                          1165 km (hoher Off Road Anteil)
Kosten:                               ca. 750 (incl. Transport)
Brezen:                               sieben
Verletzungen:                   keine
Schäden:                            keine
Fahstrecke:                       teilweise anspruchsvoll
Ohne GPS:                         geht nix
Geräte:                               alles KTM: 990 Advanture,

                                                        690 Enduro R, 640 LC4
Fun-Faktor:                      sehr hoch