Albanien 2015

... in 2,5 Stunden sind wir dort!

 

Am 1. Oktober fuhren wir um 03:00 von zu Hause mit unserem Transport ab, und trafen nach einer sehr laaangen Fahrt um 19:00 im Camp Olivo (Nähe Baar - Ulcine) ein. Die Motorräder transportierten wir mit einem Anhänger. Im Camp Olivo stellten wir das Auto und den Anhänger ab. Für die Nächtigung stehen Appartements oder der Campingplatz zur Verfügung - wir entschieden uns für die Appartements.

 

Am 2. Oktober entluden wir den Anhänger und bereiteten uns auf die Fahrt nach Fushe Lure vor. Wir hofften in spätestens vier Stunden dort anzukommen.

Es war wenig überraschend, dass es anders kam: Die Batterie einer Adventure 990 brach völlig zusammen, und so mussten wir in Shkoder einen „technischen“ Halt machen.  Dabei wurden wir von einem Mechaniker unterstützt, der mit seinem Moped in Shkoder so lange nach der Batterie suchte, bis er erfolgreich war. Nach 2,5 Stunden hatte er die richtige Batterie gefunden! In der Dunkelheit trafen wir im „Hotel Lura“ in Fushe Lure ein.

 

Am 3. Oktober ging es endlich in unbekanntes Gelände. Wir starteten um 09:30 vom Hotel in Fushe Lure. Unser Ziel war Burrel. Der erste Teil der Strecke führte über die Seen oberhalb von Fushe Lure in eine schöne und bizarre Landschaft.

Nach den Seen wurde der Weg immer schwieriger - schlammig und blockig. Hannes eröffnete die Brezenserie mit seiner 990er in einem Schlamm-Steinloch.  Kurz danach trafen wir zwei Tourenfahrer: Einer von ihnen kam aus Armenien, der Andere war von Indien kommend am Weg zurück nach Hamburg. Sie waren mit einer 690er Enduro R und einer stark ramponierten Africa Twin unterwegs.

Danach stieg Stefan in einem hüfttiefen Schlammloch ab - um sich dort seine Stiefel anzufüllen - das Sockenkaseln war damit auch vorbei.

Der Weg wurde immer schwieriger zu fahren, und wir hofften, dass sich die Aussage des Kellners nicht befürworten würde: „The road is blocked“, denn auch die beiden Tourenfahrer haben gemeint, dass wir da möglicherweise nicht durchkommen… und zurück wollten wir das nicht mehr fahren. Schließlich gelangten wir über ein Bachbett und einen steilen und stark verwachsenen Weg nach Qaf-Murres, wo wir dann am späten Nachmittag die anstehende Orientierungsaufgabe nicht mehr lösen wollten.  In Qaf-Murres gibt es ein „Hotel“ in das wir geleitet wurden. Dort wurden wir äußerst gastfreundlich bedient - eine Dose Bier gab es um einen Euro! Nach einem typischen albanischen Essen und einigen Bechern klarer selbstbrennbarer Flüssigkeit schliefen wir auf Matratzen in der Gaststube.

 

Am 4. Oktober setzen wir nach einem ausgiebigen Frühstück den Weg um 09:30 Richtung Burrel weiter fort. Es war teilweise sehr rutschig und anspruchsvoll zu fahren. Die Wege sind eng und oft weisen sie tiefe Fahrrinnen auf, welche mit Schlamm und groben Steinen befüllt sind - ein interessanter und fordernder Mix. Am späten Nachmittag erreichten wir Burrel, wo wir im Hotel „Bruci“ ein Quartier mit guter Küche finden.

 

Wieder einmal waren wir 2,5 Stunden unterwegs.

 

Von Burrel fuhren wir am 5. Oktober nach Pogradec. Pogradec liegt im Süden des Ohrit-Sees und ist ein Ferien- und Urlaubsort. An diesem Tag führte uns die Route über fünf Stunden auf einer landschaftlich sehr schönen Piste weiter nach Süden. Das Hotel Elkelana, in dem wir am Abend Quartier machten, hat einen für Albanien sehr hohen Standard und war preislich unglaublich günstig.

Leider war der Tag von einem tragischen Unfall überschattet, den wir als Ersthelfer miterlebt hatten: Ein Rad fahrendes Kind wurde von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Wir halfen, so gut es ging … sofort entstand ein Tumult und die beiden eingetroffenen Polizeibeamten hatten alle Hände voll zu tun die Situation in den Griff zu bekommen. Als die Ambulanz eintraf entfernten wir uns vom Schauplatz und setzten die Fahrt weiter fort.

 

Weil ab 7. Oktober Schlechtwetter angesagt wurde, hatten wir den 6. Oktober als letzten Off-Road-Tag geplant. Wir hatten die Absicht, ohne Gepäck, weiter nach Süden und wieder zurück nach Pogradec zu fahren.

Leider kam es anders: Stefan verlor die Motoröleinfüllschraube. Als wir zu einem Tankstop stehen blieben spritzte Motoröl aus seiner 690er …. Es war gerade noch bis zur unteren Markierung Öl drinnen - ein weiterfahren war so nicht möglich.

Wie immer in solchen Situationen ist Improvisation angesagt: Mit Unterstützung durch mehrere Albaner gelang es eine halbwegs dichte Verschraubung herzustellen. Auf Grund der mittlerweile fortgeschrittenen Zeit entschlossen wir uns aber, zurück nach Pogradec zu fahren und uns die Stadt anzusehen und eine „Familienpizza“ pro Person zu verdrücken.

 

Wie angekündigt setzte sich ab dem 7. Oktober Schlechtwetter durch. Es regnete heftig und anhaltend …. Wir entschlossen uns daher in einem Zug ins Camp Olivo zurück zu „schwimmen“ und am darauffolgenden Tag die Heimreise anzutreten - ein langer und nasser Ritt.

 

 


Neben den üblichen „Startschwierigkeiten“ verlief diese interessante Tour reibungslos und weitgehend planmäßig. Das Team war wie immer perfekt und entspannt, die 690er waren Top in Form. Lediglich die 990er von Hannes meldete ab und zu Bedenken an und wurde heiß. Die mitgeführten Spritkanister waren nicht umsonst - wir mussten einmal nachfüllen.

  

 

Alles in allem eine anspruchsvolle und landschaftlich sehr schöne Route, welche nur mehr mit „echten“ Reiseenduros befahren werden kann. Einige Jahre davor haben wir mit GSen (1150 und 1200) nach Fushe Lure umdrehen müssen - da war es damals für uns mit den Kühen nicht mehr fahrbar, und jetzt mit den 690ern war es ein Vergnügen!